Montag, 3. Oktober 2016
Hol mir mal ne Flasche Bier
.."Sonst streik' ich hier und schreibe nicht weiter!" Diesen tollen Satz hat unser früherer Kanzler Gerhard Schröder mal bei einer Autogrammstunde im Jahr 2000 gesagt. Welches Bier er dann bekommen hat, weiß ich nicht, aber hätte er eins von den leckeren Bieren aus der Neuzeller Klosterbrauerei getrunken, wäre er vor lauter Trinken nicht mehr zum Schreiben gekommen. Dann wär er immer noch klarer im Kopf gewesen als die AfD, aber lassen wir das..

Zufällig bin ich beim Browsen mal auf die Seite der Brauerei gestoßen und wurde neugierig. Kurze Zeit später flog bei mir ein Paket mit sechs Flaschen ins Haus. "Zum Probieren", heißt es auf der Homepage. Na gut. Ich werd mal versuchen, das zusammenzufassen. Immerhin schreib ich hier über sechs Sachen auf einmal.

Angefangen hab ich mit dem "Schwarzen Abt", wohl das bekannteste Bier aus Neuzelle. Der beiliegende Flyer macht neugierig und das Bier selbst enttäuscht nicht. Trotz zugefügtem Zuckersirup ist die Süße nicht aufdringlich und das Bier schmeckt super fluffig und rund. Es ist ein typisches Schwarzbier - malzig, Röstaromen, würzig. Klasse Ding.

Danach wollte ich mal abwechseln und hab das Kartoffelbier aufgemacht. Das heißt nicht umsonst so, denn da ist Kartoffelsaft mit beigemischt. Klingt zugegeben etwas ekelhaft, schmeckt aber kaum danach. Liegt das daran, dass es ein Helles ist? Kartoffelsaft und Bier geben sich die Klinke in die Hand und der Geschmack vom Erdapfel hält sich etwas bedeckt im Untergurnd. Wie eine Kartoffel eben, die findet man üblicherweise ja auch im Boden.

Dann folgte mit einigen Tagen Abstand (wegen Überflutung meiner Wohnung mit Touristen, Elternbesuch und Totalausfall des Gefrierschranks mit anschließenden Renovierungsarbeiten) das Neuzeller Pilsner. Vollmundig und leicht herb kommt es daher und weiß zu begeistern. Eben ein klassisches Bier für den eher traditionellen Trinker.

Als nächstes musste wieder was Schwarzes her. Jerome Boateng war grade nicht in der Nähe, also musste das das Imperial Porter aus meiner Probekiste dran glauben. Da war ich zuerst etwas verwirrt, denn es heißt da auf der Homepage "ein tiefschwarzes, kräftiges Stout". Eigentlich sollten das doch zwei verschiedene Brauweisen sein, oder? Erklärung liefert hier Wikipedia. Jedenfalls ist die Sorte mit knapp über 8 % Alkoholgehalt kein Leichtgewicht und sollte deshalb wohl eher zum oder nach dem Essen getrunken werden. Kräftig-würzig und mit einem gaaaaanz feinen Hauch Kaffee kommt es daher und umnebelt die Geschmacksnerven. Guter Stoff, das.

Als vorletztes Bier kam mir das UrCraft Bock unter die Finger bzw in den Mund. Das schmeckte tatsächlich fruchtig und kam weich und fluffig daher, fast wie Creme de Cassis. Sehr lecker und ein cooler Abstecher in die Welt des Craft-Bier.

Zum schaumkrönenden Abschluss gabs Mord und Totschlag. Keine Angst, ich lebe noch und ich hab selbst auch noch niemanden umgebracht - das Bier heißt so! Laut Beschreibung ein "männliches Bier". Darf aber auch von Frauen getrunken werden, denk ich. :) Herb und sehr kräftig im Geschmack. Das mag sicher nicht jeder, aber ich fand es extrem lecker.

Um nochmal auf die AfD zurückzukommen.. wolltet Ihr schon mal Bernd Lucke auf einer Bierflasche sehn? (Den Witz bitte selbst dazudenken!)

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